Legacy Magazine (#079,2012) / www.legacy666.de 10/15 points


"An NECROTTED sollten sich andere Gruppen ein Beispiel nehmen. Fünf junge Musiker haben die Band vor vier Jahren gegründet und ihre Entwicklung bis hin zum ersten Longplayer Schritt für Schritt absolviert. Anstatt vorschnell ein halbgares Album auf den Markt zu werfen, zahlten die Süddeutschen Lehrgeld, schleiften ihre Fertigkeiten im Proberaum und haben sie auf Konzerten auf Effektivität hin überprüft . Auf Shows mit u. a. Vader, Krisiun, God Dethroned, Hackneyed, Benighted, Heaven Shall Burn, The Sorrow, Neara und Unearth haben NECROTTED ihre Bewährungsproben bestanden und sich stetig verbessert. Vor zwei Jahren ist die „Kingdom Of Hades” MCD erschienen, die im Internet zum Gratis-Download steht, und an der man den ersten Longplayer heute abgleichen kann. Auffällig sind die größere Selbstverständlichkeit und Routine, mit der die Band aus Abtsgmünd nunmehr unterwegs ist. Die musikalischen Brutalo-Salven kommen treffsicher, und an der handwerklichen Umsetzung der zehn Tracks von „Anchors Apart“ gibt es nichts zu deuteln. Zwischen Deathcore, Death Metal und MetalCore geht es beinhart und angriffslustig durch Stücke, die ordentlich Druck entwickeln. Technisch ausgerichtete Tempo- und Frickel-Parts stehen neben schleppendem Beatdown-Mosh, finsteren Breakdowns und treibenden Melodien. Für Abwechslung ist gesorgt, auch wenn NECROTTED häufig auf ähnliche Song-Strukturen setzen und sich nicht alle Lieder des Debüts klar voneinander absetzen. Nichtdestotrotz legen die Süddeutschen einen kompakten, brutalen Einstand vor, der seinem Zweck völlig gerecht wird und Genre-Freunden gut reingehen wird. Produziert worden ist „Anchors Apart“ übrigens von Nikita Kamprad von Der Weg einer Freiheit und Fuck Your Shadow From Behind."




Bleeding for Metal / www.bleeding4metal.de 8/10 points


"NECROTTED dürfte eine Band sein, die für Metaller mehrerer Lager spannend sein müsste. Die junge deutsche Band (aus Aalen / Abtsgmünd) vereint nämlich so einige Stilistiken in ihrem Sound, der zwar in erster Linie im Death Metal Wurzeln geschlagen hat, aber auch Genres wie Deathcore und Doom/Death auf dem Zettel stehen hat. Somit ist auch das erste Album "Anchors Apart" eine feine Scheibe für Alteingesessene sowie das Jungvolk geworden, die keinem zu schnell langweilig werden sollte. 2010 war die Truppe mit einer EP ("Kingdom Of Hades") erstmalig in Erscheinung getreten und präsentiert sich nun mit dem ersten Full-Length-Album den Krachfetischisten der Szene. Und NECROTTED haben in der Tat einiges zu bieten! Schnelle Blastbeats haben ihren Platz neben zähfließenden Riff-Walzen gefunden, technische Läufe treffen auf sorgsam komponierte Melodiebögen und zu den typischen Grunts und Growls gesellen sich Röcheln, Gurgeln und hier und da eine Prise "Bree Bree". Von allem etwas also. Was so niedergeschrieben unter Umständen etwas orientierungslos auf manche Leser wirken könnte, funktioniert in der Praxis allerdings tadellos, wovon beispielsweise Songs wie das beinahe epische 'This Blustery Ocean' oder das eher straighte 'Charon' zeugen, die ich auch gleichzeitig als Anspieltipps anführen möchte. Keine Frage, die Band versteht ihr Handwerk, was ihr auch bereits Gigs mit VADER, KRISIUN, GOD DETHRONED, UNEARTH, NEARA, THE SORROW, DISBELIEF, BENIGHTED sowie HEAVEN SHALL BURN eingebracht hat. Letztere haben die Band sogar für ihre "Progression Tour" als Support-Act auserkoren. Wenn das mal keine Referenz ist... Thematisch fühlt man sich offenbar in der griechischen Mythologie pudelwohl, weshalb sich diese Thematik wie ein roter Faden durch "Anchors Apart" zieht, wodurch das Album zu einem Konzeptalbum avanciert. Besonders auffällig ist, dass NECROTTED sich durchaus für ein traditionelles Songwriting begeistern können. Die Songs haben allesamt einen prägnanten Chorus spendiert bekommen, was definitiv dazu beiträgt, dass die Songs schneller und leichter im Ohr hängen bleiben. Was einst schon bei den klassischen Rock-Songs wirkte, klappt auch in diesem Kontex ohne Probleme. Sicherlich hätte der Platte hin und wieder ein kurzes Ausbrechen aus diesem Schema gut zu Gesicht gestanden, aber wir wollen hier mal keine Eulen nach Athen tragen. Dazu ist das Material letzten Endes doch zu gut. Die Musiker verlieren sich nicht in hektischem Gefrickel, auch wenn die Stücke durchaus technischen Anspruch aufweisen. Die Kompositionen sind, um es auf den Punkt zu bringen, schlicht und einfach gut durchdacht. Auf extreme Passagen folgen in einem wiederkehrenden Zyklus eingängige Momente, die das Geschehen stets ein wenig auflockern. Gemischt und gemastert wurde der Silberling übrigens von Nikita Kamprad (DER WEG EINER FREIHEIT). Auch hier gibt es nichts zu meckern, denn der Sound ist schön druckvoll, wie es eigentlich immer sein sollte. Einen Gastbeitrag gibt es ebenfalls zu verzeichnen. Phil von HACKNEYED konnte man als Gastsänger bei dem Song 'While We Sleep' gewinnen. Etwas Kritik will ich aber dann doch noch einwerfen. Die Spielzeit ist mit einer knappen halben Stunde nicht sonderlich üppig ausgefallen, was ein immer wiederkehrendes "Play drücken" quasi unumgänglich macht. Da wären noch zwei oder drei Songs mehr drin gewesen. Etwas negativ fällt zudem auf, dass NECROTTED an einigen Stellen mit der englischen Sprache etwas Probleme haben, was besonders deutlich wird, wenn kurze Spoken-Word-Einlagen auf den Tisch kommen (die man übrigens am besten hätte sein lassen). Verglichen mit der Qualität, die sonst auf "Anchors Apart" aufgefahren wurde, bilden sie die Schwachstellen auf dem Erstwerk der Band. Hier wäre weniger dann doch mehr gewesen. So, genug genölt, Anlage auf 11 und den Nachbarn NECROTTED vorgestellt. Sowas muss man einfach laut hören, wenn es wirken soll."




Metalunderground / www.metalunderground.at 4/5 points


"Die aus Abtsgmünd stammenden Herrschaften von Necrotted bieten mit „Anchors apart“ ihr erstes Full Length Debüt. Der Ortsname ist mir irgendwie ein Begriff. Ach ja da war doch mal das Summer Breeze. Demnach dürfte auch das was uns die Death/Core Recken hier auf ihrem Silberling bieten nicht schlecht sein oder? Warum? Na weil diese Ecke der deutschen Landkarte ordentlich eisen-getränkt ist und das zwangsläufig oder sagen wir so fast immer auf die Bands abfärbt. Sehr düster-bombastisch wird der Rundling eingeläutet und da denkt man, dass hier wohl was anderes folgen wird. Dem ist aber eben nicht so und gleich verprügeln uns die Jungs auf dem Fuße in ordentlicher Manier die Fresse. Die Pure Härte wird gleich aufgefahren und das Mischkonzept verfehlt seine Wirkung kaum. Voll eins in die Fresse bekommt man bei diesem Tempo und die Mannschaft beweist dass auch in diesem Bereich noch lange nicht die Lichter erloschen sind. Eher im Gegenteil und vor allem wegen ihres Sounds wird einem gleich klar dass wir es hier mit einer sehr durchdachten Kapelle zu tun haben. Freilich steht die straighte Härte im Vordergrund und diese walzt und macht alles platt was sich ihr in den Weg stellt. Dennoch kommen auch einige Old School Sachen, sowie kleinere Ergänzungen zum Vorschein und somit darf man zu keinem Zeitpunkt von einer zu soliden Linie sprechen. Gut zusammengepresst lehrt man uns hier das Fürchten und durch das sehr straighte Tempo raubt man uns den Atem und lässt uns auch kaum aus dem Würgegriff. Die Gurgel-Growl Shouts des Fronters sind sehr stark und wirken auch nach mehreren Durchläufen nicht abgelutscht. Eher im Gegenteil durch eben die gute Wechselthematik gestaltet sich der Vocalbereich als sehr gelungen abwechslungsreich. Die Produktion knallt amtlich und da hat man schon mal alles richtig gemacht. Doch auch die Songs haben ihre Wucht und eben durch den sehr guten Sound wirken die Stücke äußerst mächtig. Somit weht ein steifer Wind, welcher immer wieder Orkanartige Züge aufweist. Durchwegs verprügelt uns die Mannschaft gekonnt und gibt einen feuchten Kehricht ob da viele weitere Kapellen im ähnlichen Stil draußen sind. Das was man beim Silberling raushört mag wohl eher die Core Fraktion begeistern, dafür aber so sehr das man sich wohl alsbald ein vorderen Spitzenplatz reservieren kann. Kein klinisches Gehabe, wie es bei vielen Kollegen aus Deutschland der Fall ist, dafür bietet man einen gut aufbereitetet Sound, welcher mit authentischen Soundzügen durchpflügt wurde und man somit nicht zu glatt poliert wirkt. Fazit: Sehr adretter Death/Core Happe, welcher mit einem durchaus gediegenen Verstand zu recht gestanzt wurde. Während viele Kapellen und eben Landsmänner der Formation zu glatt gebügelt und klinisch klingen, vermögen uns die Abtsgmünder komplett anders zu verprügeln."